NIR: Welche biologische Wirkung hat nahes Infrarot auf den Körper?

Bei Rotlichttherapie denken viele an das sichtbare, rote Spektrum. Doch ein wesentlicher Impuls für tiefergehende Effekte kommt aus einem anderen Bereich: dem nahen Infrarot. Es wirkt unsichtbar – aber enorm kraftvoll.

Nahes Infrarot (englisch: Near Infrared, kurz NIR) umfasst den Wellenlängenbereich zwischen etwa 700 und 1100 Nanometern. Anders als das Rotlicht ist es für das menschliche Auge unsichtbar, erreicht dafür aber deutlich tiefere Gewebeschichten. Je nach Wellenlänge, Hauttyp und Bestrahlungsintensität können Top-Geräte wie jene von HigherQi Eindringtiefen von mehreren Millimetern bis zu einem Zentimeter erreichen.
Diese Tiefenwirkung macht NIR zu so einer spannenden Komponente in der Photobiomodulation. Während rotes Licht vor allem auf die Haut und oberflächliches Gewebe wirkt, erreicht NIR tieferliegende Strukturen wie Muskeln, Faszien, Gelenke, Nervenbahnen und sogar das Gehirn. Und genau hier entstehen viele der nachhaltigsten Effekte der Rotlichttherapie.
 

Zellaktivierung unter der Oberfläche
Wie bei sichtbarem Rotlicht beruht die Wirkung von NIR auf der Aktivierung der Mitochondrien, insbesondere des Enzyms Cytochrom-c-Oxidase. Diese Stimulation führt zu einer erhöhten ATP-Produktion, reduziert oxidativen Stress und stabilisiert zelluläre Abläufe.
NIR geht in seiner Wirkung sogar noch weiter. Es verbessert die Durchblutung und Lymphzirkulation, fördert die Regeneration von Muskel- und Bindegewebe und beeinflusst die Schmerzverarbeitung über spezifische Rezeptoren. Auch auf die Nerven kann NIR nach neuesten Forschungsergebnissen regulierend wirken – sowohl im Hinblick auf Reizleitung als auch auf strukturelle Regeneration.
 

Anwendungen mit Tiefenwirkung
Ein besonders faszinierender Bereich ist die sogenannte transkranielle Photobiomodulation. Dabei wird NIR gezielt im Kopfbereich eingesetzt, um die kognitive Leistungsfähigkeit zu unterstützen, Stimmung zu stabilisieren und neurodegenerativen Prozessen entgegenzuwirken.
Die klinischen Einsatzbereiche von NIR sind breit gefächert. In der Neurorehabilitation wird es unter anderem bei Schlaganfallpatienten, bei milden kognitiven Einschränkungen oder sogar in der Alzheimer-Therapie untersucht. In der Sportmedizin hat sich NIR bei Muskelfaserrissen, Tendopathien und Gelenkentzündungen bewährt. Auch bei chronischen Schmerzen – etwa bei Arthritis oder Rückenbeschwerden – zeigt sich eine deutliche, oft nachhaltige Linderung.

 

Warum hochwertige Panels auf NIR setzen
Moderne hochwertige Rotlicht-Panels wie jene von HigherQi kombinieren gezielt sichtbares Rotlicht mit nahinfraroten Wellenlängen. HigherQi setzt auf die optimalen Wellenlängen von 850 Nanometern. Diese Kombination ermöglicht eine zweifache Wirkung: einerseits die direkte Stimulation oberflächlicher Strukturen, andererseits die Aktivierung tiefer biologischer Prozesse.
Für Anwender, die systemisch regenerieren, Muskeln stärken oder kognitive Leistung fördern möchten, ist NIR der Gamechanger. Auch wenn man das Licht nicht sieht: Es wirkt. Präzise, effektiv und wissenschaftlich belegt.

Experten-Kommentar Dr. Maximilian Kern zum Thema Nah-Infrarot:
„Nah-Infrarot ist jenes Licht auf unseren Panels, das man mit freiem Auge fast nicht sieht. Es strahlt in einer Frequenz von 850 Nanometern. Besonders spannend finde ich die aktuell laufenden Studien zum Thema Alzheimer und Demenz oder auch arterielle Plaques – wie mich überhaupt fasziniert, dass die Wissenschaft Schritt für Schritt herausfindet, was das richtige Licht in den richtigen Frequenzen und den richtigen Intensitäten bewirken kann. Bitte das NIR nicht bei offenen Wunden verwenden, da ist es kontraproduktiv. Und auch nicht mit geöffneten Augen ins NIR schauen.“

Empfohlene Produkte

Sie möchten sich selbstständig weiter informieren? Hier einige beispielhafte Studien als Vorschläge zu Ihrer eigenen Recherche.

Photobiomodulation of Cytochrome c Oxidase by Chronic Near-Infrared Light
Chao Wang et al., Frontiers in Neuroscience, 2022
https://www.frontiersin.org/journals/neuroscience/articles/10.3389/fnins.2022.818005/full
Diese Studie zeigt, dass rotes bis nahinfrarotes Licht von Chromophoren in der Cytochrom-c-Oxidase absorbiert wird und Veränderungen im Redox-Zustand der inneren Mitochondrienmembran fördert, was zu einer erhöhten ATP-Synthese und verbesserten Energieproduktion führt.


Near-Infrared Light Therapy to Attenuate Strength Loss After Strenuous Resistance Exercise
Jonathan D. Mendez et al., American Journal of Physical Medicine & Rehabilitation, 2014
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4299734/
Diese Studie belegt, dass Nahinfrarotlichttherapie, angewendet auf die Skelettmuskulatur vor intensivem Widerstandstraining, den Kraftverlust mindern kann und somit eine effektive, nichtinvasive Methode zur Verbesserung der Muskelfunktion während der Rehabilitation darstellt.


Can Transcranial Photobiomodulation Improve Cognitive Function? A Systematic Review
Xiaojing Ma et al., Photobiomodulation, Photomedicine, and Laser Surgery, 2022
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36371017/
Diese systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass transkranielle Photobiomodulation mit Nahinfrarotlicht positive Effekte auf die kognitive Funktion haben kann – bei Menschen mit subjektiven Gedächtnisbeschwerden, leichter kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz.


Noninvasive Red and Near-Infrared Wavelength-Induced Photobiomodulation Therapy for Wound Healing
Rachel Lubart et al., Photochemistry and Photobiology, 2016
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27943458/
Diese Übersichtsarbeit beschreibt, dass Photobiomodulation mit rotem und nahinfrarotem Licht eine vielversprechende, medikamentenfreie Methode zur Förderung der Wundheilung ist, indem sie die Durchblutung verbessert, Entzündungen reduziert und die Gewebefunktion wiederherstellt.

 

Die Inhalte dieser Seite dienen rein informativen Zwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Methoden sind ergänzende Ansätze der funktionellen Medizin, deren Wirksamkeit individuell variiert und nicht immer wissenschaftlich anerkannt ist. Verlinkte Studien stellen keine Garantie für Ergebnisse dar und basieren auf ausgewählten Quellen.

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